Gibt es in jeder Religion Agnostiker?

Kann sich ein Agnostiker zu einer Religion bekennen?

Der Begriff Agnostiker, abgeleitet von dem griechischen Wort Agnosie(Unkenntnis), ist besonders den Menschen geläufig, welche der Überzeugung sind, dass die metaphysische Frage nach Gott unlösbar ist. Sie sind Anhänger und Verfechter des Agnostizismus. Diese Bezeichnung wurde durch T.H. Hunley 1869 geprägt. Allerdings gab es eine Anhängerschaft des Agnostizismus schon weitaus früher. Mit Beginn der Religion bildeten sich auch Zweifler und Skeptiker.

Kann ein Agnostiker sich überhaupt zu einer Religion bekennen?

Agnostiker besitzen keine vordefinierte Moral. Viele Religionen erscheinen ihnen widersprüchlich und falsch. So wird es diesen Anhängern schwerfallen, sich wahrhaft einer Religion zugehörig zu fühlen. Der Agnostizismus ist ein Weltbild, was nach oben offen ist. Man kann es als eine Art Weltanschauung betrachten im Bezug auf transzendente Wesen.

Fragen über Fragen

Der Agnostiker befindet sich immer in einem Bereich von Fragen, welche ihn beschäftigen, aber auch gleichzeitig unlösbar erscheinen. Wie der Sinn nach dem Dasein und der Geschichte oder der Frage über das Fortleben nach dem Tod. Religion ist ein stures Ritual und es wird Glauben gefordert, sei es nun an Gott oder Allah. Das ist eine Fortbewegung über die sinnliche Wahrnehmung hinaus und lässt bei Agnostikern Zweifel aufkommen.

Ist der Buddhismus die “Religion” für Agnostiker?

Eine mögliche Religion wäre der Buddhismus. Da diese Religion keinen Schöpfergott besitzt. Gern bezeichnet man den Buddhismus auch als Lebensphilosophie, da die Dinge greifbar gemacht werden und auch nachzuvollziehen sind. Die Buddhisten leben weitgehend widerspruchsfrei. Ein Agnostiker könnte sich hier am ehesten wiederfinden.

Kritizismus, Positivismus und Kantische Schulen

Im Gegensatz zu Atheisten, welche einen Glauben an Gott strikt ablehnen, hält sich der Agnostiker aber immer noch ein Hintertürchen auf und lässt metaphysischen Fragen ihre Berechtigung. Theoretische Lösungen allerdings lehnt er ab. Das ist das Kantische Prinzip. Immanuel Kant hat seiner Zeit die Kantischen Schulen eröffnet, unter anderem, weil er selbst ein Anhänger des Agnostizismus war. Im Bereich des Kritizismus kommt es lt. Kant zu einer Beschränkung auf die Erscheinung. Der positivistisch-sensualistische Agnostiker lässt auch keinerlei metaphysische Fragen zu, wie sie im kantischen Prinzip verankert sind. Die nächsten Verwandten des Agnostizismus sind Skeptizismus und der darüber hinausgehende Relativismus.

Die agnostische Grundthese

Weder Atheismus noch Theismus sind beweisbar. Die Existenz Gottes kann man nicht beweisen und erkennen, aber auch nicht die Nichtexistenz. Es gibt keinen Beweis für oder gegen Gott. Daraus folgt, das Problem einfach offen zu lassen. Agnostiker zeigen sich vorsichtig und vertrauen nicht blindlings der Vernunft. Sie kennen die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit. So machen sie sich zu Außenseitern und passen in kein Schema.

Bekannte Agnostiker sind unter anderen:

  • Charles Darwin, englischer Naturforscher (1809-1882)
  • Bertran Russell, walisischer Philosoph (1872-1970)
  • Stephen Hawking, Physiker (geb.1942)

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